Aktualisiert: Vortragsreihe: BLUTSBRÜDER – Der Mythos Karl May im Diorama

1. Vortrag: „Der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache – ein Verlag für Karl May“ Bernhard Schmid (Karl May Verlag Radebeul/Bamberg)

„Der meistgelesene Schriftsteller deutscher Sprache – ein Verlag für Karl May“ Bernhard Schmid (Karl May Verlag Radebeul/Bamberg) Der weltweit einmalige Verlag, der sich seit über 105 Jahren (fast) nur einem einzigen Autor widmet, ist der Karl-May-Verlag in Bamberg.


2. Vortrag: „Das ist schon längst mal fällig! Karl May im Comic.“ Prof. Dr. Dietrich Grünewald (Universität Koblenz, Kunstpädagogik)

Unter den zahlreichen Comic-Adaptionen Karl May’scher Romane, sowohl der Old Shatterhand-Reihen als auch der Kara Ben Nemsi-Reihen, sticht als besonders gelungen die Version von Helmut Nickel hervor. Sie steht – im Vergleich mit anderen – im Zentrum des Vortrages, der Chancen wie Probleme der Adaption auslotet.


3. Vortrag: Bildräume und Raumbilder in Karl-May-Adaptionen. Zur bildprägenden Wirkung einiger literarischer Fantasmen. Ein Vortrag von Prof. Dr. Ulf Abraham (Universität Bamberg, Germanistik).

Von den ersten Karl-May-Verfilmungen in den 1960er Jahren bis weit nach der Jahrtausendwende lässt sich verfolgen, wie die vom literarischen Text suggerierten Landschafts- und Architekturbilder wiederkehren. Der Vortrag deutet dies jedoch nicht einfach als Stereotypenbildung, sondern fragt nach der symbolischen Bedeutung solcher Raumbilder in den Bildräumen filmischer und theatraler Adaptionen. Der Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Blutsbrüder“ ist eine Kooperation mit der Universität Osnabbrück.


4. Vortrag: „Winnetou und Old Shatterhand – eine Freundschaft?“ Prof. Dr. Helmut Schmiedt (Universität Koblenz-Landau – Karl May-Gesellschaft)

Winnetou und Old Shatterhand, die legendären Blutsbrüder in den Abenteuerromanen Karl Mays, gelten als eines der größten Freundespaare der deutschen Literatur. Aber der genaue Blick zeigt, dass es an manchen Stellen dieser Beziehung große Probleme gibt, z. T. mit katastrophalen Folgen. Der Vortrag wird diese Aspekte beleuchten und dabei auch herausstellen, wie aktuell manches darin wirkt.


5. Vortrag: „Indigene Reaktionen auf Deutsche Indianertümelei“ Prof. Dr. Hartmut Lutz (Universität Greifswald, Institut für Amerikanistik/Native-American Studies)

Unsere von Karl May geprägten Indianervorstellungen führ(t)en ein Eigenleben ohne Berührung mit Indigenen aus Nordamerika. Heute setzen sich Indigene aus Kanada und USA zunehmend kritisch mit Deutscher Indianertümelei auseinander.


6. Vortrag: „Old Kara Ben Sherlock – Zur Geburt zweier Mythen aus den Niederungen der Trivialliteratur“ Prof. Dr. Volker Neuhaus(Universität Köln, Germanistik)

Als der Roman Ende des 19. Jahrhunderts endgültig zur Ehre der literaturkritischen Altäre gelangte, zahlte er dafür mit dem „Glücks- und Heldenverbot“, wie Harald Weinrich das genannt hat: Sobald ein Erzähltext von einem Helden handelt und glücklich ausgeht, leuchtet beim Kritiker ein Warnlämpchen auf: „Achtung! Trivial!“. Die so entstandene Lücke in der Publikumserwartung stillten zwei nahezu gleichzeitig im Jahr 1892 in die Literatur eingetretene Helden – Old Shatterhand und Sherlock Holmes. Beide wurden zu Mythen, der eine in Mitteleuropa, der andere weltweit.


7. Der Vortrag von Dr. Frank Wolff kann leider aus technischen Gründen nicht übertragen werden.


8. Vortrag: PD Dr. habil. Sabine N. Meyer (Universität Osnabrück): Leben und Schicksale der Pokahuntas

Der Vortrag beschäftigt sich mit der ersten literarischen Adaption des Pocahontas-Mythos, die nicht – wie zu erwarten wäre – dem angloamerikanischen sondern dem deutschen Kontext entstammt. Im Jahre 1781 veröffentlichte der pommersche Pastor Carl Friedrich Scheibler einen Roman über Pocahontas – eine literarische Vorgängerin von Karl Mays Indianerprinzessin Nscho-Ntschi. Eine eingehende Analyse demonstriert, dass Scheibler sich mit seiner Pocahontas-Darstellung von den gängigen Indianerdarstellungen im Heiligen Römischen Reich absetzt.